Den Fluss zu verteidigen heißt, das Leben zu verteidigen

27.05.2025 | Ein bewegender Vortrag über den Kampf der Awajún gegen illegalen Bergbau

Am Montag, den 26. Mai 2025, fand an den Klosterschulen Unserer Lieben Frau in Offenburg eine besondere Veranstaltung statt, die tief unter die Oberfläche unserer globalen Verantwortung blickte. Organisiert von der Erzdiözese Freiburg in Zusammenarbeit mit der Spanisch-Fachschaft der Klosterschulen, sprach Dante Sejekam – ein junger indigener Anführer und Präsident der Organisation ODECOFROC – über die dramatische Situation im peruanischen Amazonasgebiet. Der spanischsprachige Vortrag wurde von Simone Valenzuela, Peru – Referentin der Erzdiözese konsekutiv übersetzt.  
Sejekam berichtete eindrucksvoll von den Herausforderungen, denen sich die Awajún-Gemeinschaften am Cenepa-Fluss im Norden Perus gegenübersehen. In einer Region nahe der Grenze zu Ecuador breitet sich der illegale Goldabbau mit rasanter Geschwindigkeit aus. Diese unkontrollierte Ausbeutung zerstört nicht nur den Regenwald, sondern bringt auch massive soziale und ökologische Folgen mit sich: Gewalt, Vertreibung und Tod gehören mittlerweile zum traurigen Alltag.

Die Awajún haben sich in einem mutigen Akt der Selbstbestimmung zusammengeschlossen, um ihre Flüsse, ihre Lebensweise und ihre Zukunft zu verteidigen. „Den Fluss zu verteidigen heißt, das Leben zu verteidigen“, betonte Sejekam. Der Vortrag öffnete den Schülerinnen eindrucksvoll die Augen für die Verbindungen zwischen unserem Konsumverhalten und den Folgen in weit entfernten Weltregionen. Im Anschluss an den Vortrag, hatten die Schülerinnen viele Fragen, welche von dem sympathischen Dante und seiner Begleiterin Sonia Pastor, Leiterin der Sozialpastoral des Vikariats Jaen freundlich beantwortet wurden.

Die Veranstaltung war nicht nur eine wertvolle Gelegenheit, darüber nachzudenken, was globale Gerechtigkeit bedeutet, sondern auch ein inspirierender Aufruf zum Handeln und zur Solidarität mit den indigenen Völkern des Amazonas.
 
Paul Sigrist